Fassaden streichen und Fassadenfarbe erneuern

Das Streichen der Fassade erfolgt meist entweder bei einem Neubau oder im Rahmen einer umfassenden Sanierung eines Gebäudes. Der Zustand der Fassade ist dabei nicht nur eine Frage der Optik. Durch den Fassadenanstrich wird:
- der Putz vor Witterungseinflüssen geschützt,
- die Wärmedämmung unterstützt
- und das Wohnklima verbessert.
Regelmäßige Pflege und Erneuerung der Fassadenfarbe helfen außerdem dabei, den Wert und das Erscheinungsbild eines Hauses langfristig zu erhalten.
1. Fassadenanstrich und Erneuerungsintervalle
Nach mehreren Jahren verliert die Fassadenfarbe allmählich ihre wasserabweisenden Eigenschaften. In Deutschland wird empfohlen, Fassadenbeschichtungen etwa alle 10 bis 15 Jahre zu erneuern. Durch Regen, Frost, UV Strahlung und Luftverschmutzung verschmutzt die Oberfläche mit der Zeit und die Farbe wirkt verblasst. Wird die Fassade nicht rechtzeitig saniert, können Schäden am Putz entstehen, die später deutlich höhere Sanierungskosten verursachen. Eine regelmäßige Wartung und ein rechtzeitiger Fassadenanstrich helfen, größere Schäden zu vermeiden.
2. Welche Fassadenfarbe ist die richtige?
Auf dem deutschen Markt gibt es zahlreiche Arten von Fassadenfarben für unterschiedliche Untergründe und Anforderungen. Einige Produkte eignen sich für:
- den Erstanstrich neuer Fassaden,
- andere speziell für Renovierungen
- oder stark beanspruchte Oberflächen.
Die Wahl der richtigen Fassadenfarbe hängt von:
- Untergrund,
- Alter der Fassade
- und gewünschter Schutzwirkung ab.
Fassadenfarben unterscheiden sich insbesondere durch ihre Wasserdampfdurchlässigkeit und ihre wasserabweisenden Eigenschaften.

2.1 Acryl Fassadenfarben
Acryl Fassadenfarben sind wasserabweisend und werden bevorzugt auf glatten oder fein verputzten Fassaden sowie auf Betonflächen eingesetzt. Der Untergrund sollte vollständig trocken und ausreichend ausgehärtet sein. Zusätzlich gibt es mikroarmierte Varianten mit synthetischen Fasern. Diese eignen sich auch für strukturierte oder leicht rissige Fassadenoberflächen.
Acryl Fassadenfarben gehören zu den preisgünstigsten Fassadenfarben.
2.2 Silikat Fassadenfarben
Silikat Fassadenfarben sorgen für eine mineralische und traditionelle Fassadenoptik. Aufgrund ihrer hohen Diffusionsoffenheit werden sie in Deutschland häufig bei Altbauten und denkmalgeschützten Gebäuden verwendet. Sie eignen sich sowohl für alte als auch für neue Kalk- und Kalkzementputze. Varianten mit Faserverstärkung eignen sich besonders für:
- strukturierte Oberflächen
- und dekorative Putze.

2.3 Silikonharz Fassadenfarben
Silikonharz Fassadenfarben sind stark wasserabweisend und gleichzeitig diffusionsoffen. Sie werden vor allem auf glatten und fein verputzten Fassaden eingesetzt. Mikroarmierte Varianten reduzieren die Verschmutzung der Fassadenoberfläche deutlich. Zusätzlich sind transparente Silikonbeschichtungen erhältlich, die die wasserabweisenden Eigenschaften von Fassadenfarben und Putz verbessern. Diese Beschichtungen werden auch zum Schutz von Naturstein und Steinverkleidungen verwendet.
Silikonharz Fassadenfarben sind besonders widerstandsfähig gegen:
- UV Strahlung,
- Abgase
- und andere Umwelteinflüsse.
2.4 Kalk Fassadenfarben
Kalk Fassadenfarben gehören zu den diffusionsoffensten Fassadenbeschichtungen und werden vor allem bei:
- historischen Gebäuden
- und denkmalgeschützten Objekten eingesetzt.
Sie eignen sich besonders für mineralische Feinputze und unterstützen ein gesundes Feuchtigkeitsverhalten der Wand.

2.5 Selbstreinigende Fassadenfarben
Selbstreinigende mikroarmierte Fassadenfarben basieren auf moderner Nanotechnologie und gehören zu den hochwertigsten Fassadenbeschichtungen. Sie enthalten spezielle Silikonbestandteile, die auf der Oberfläche eine wasserabweisende Schutzstruktur bilden.
Dadurch haften:
- Ruß,
- Staub
- und andere Verschmutzungen deutlich schlechter an der Fassade.
Regen und Schnee reinigen die Oberfläche teilweise selbstständig. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch die enthaltenen Mikrofasern auch an stärker belasteten Stellen weniger Spannungsrisse entstehen.
3. Wie läuft das Streichen einer Fassade ab?
3.1 Vorbereitung des Untergrunds
Vor dem Fassadenanstrich muss die bestehende Oberfläche gründlich geprüft werden. Kleine Schäden, Risse oder lose Putzstellen sollten vor Beginn der Arbeiten fachgerecht repariert werden. Eine saubere und stabile Oberfläche ist entscheidend für die Haltbarkeit der neuen Fassadenfarbe.
3.2 Zugang zur Fassade
Bei Einfamilienhäusern erfolgt das Streichen häufig mit fahrbaren Gerüsten oder Leitern. Für größere Gebäude werden in Deutschland meist Fassadengerüste oder Hubarbeitsbühnen eingesetzt, um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

3.3 Schutzmaßnahmen
Vor Beginn der Arbeiten müssen:
- Fenster,
- Türen,
- Fensterbänke,
- Dachrinnen
- und angrenzende Flächen sorgfältig abgedeckt werden.
Besonders Silikatfarben lassen sich nach dem Trocknen nur schwer entfernen. Deshalb ist eine gründliche Schutzabdeckung unverzichtbar.
3.4 Geeignete Wetterbedingungen
Fassadenarbeiten sollten nur bei geeigneten Wetterbedingungen durchgeführt werden. Die Außentemperatur sollte in der Regel zwischen 5 und 30 Grad Celsius liegen. Bei Silikat und Kalkfarben gelten oft strengere Vorgaben der Hersteller. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein und die Fassade sollte weder direkter starker Sonneneinstrahlung noch Regen oder starkem Wind ausgesetzt sein.
3.5 Anzahl der Anstriche
Sowohl bei einem neuen Fassadenanstrich als auch bei Renovierungsarbeiten werden Fassadenfarben in mehreren Schichten aufgetragen. Üblicherweise erfolgt zunächst eine Grundierung, anschließend werden mindestens zwei Farbschichten aufgebracht, um eine gleichmäßige Deckung und dauerhaften Schutz zu gewährleisten.
3.6 Werkzeuge für den Fassadenanstrich
Fassadenfarben können mit:
- Spritzgeräten,
- Farbrollen
- oder Pinseln verarbeitet werden.
Für größere Flächen werden häufig langflorige Farbrollen oder professionelle Spritzsysteme verwendet, da diese eine gleichmäßige Beschichtung ermöglichen.
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Wie oft sollte eine Fassade gestrichen werden?
In Deutschland empfiehlt sich eine Erneuerung der Fassadenfarbe etwa alle 10 bis 15 Jahre.
Warum ist eine Grundierung wichtig?
Die Grundierung verbessert die Haftung der Fassadenfarbe und sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis.
Welche Fassadenfarbe ist besonders langlebig?
Silikonharz Fassadenfarben gelten als besonders langlebig und widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse.

