Regenwasserzisterne: Regenwasser nutzen und Trinkwasser sparen

Steigende Wasserpreise, längere Trockenperioden und ein wachsendes Umweltbewusstsein führen dazu, dass die Nutzung von Regenwasser in Deutschland immer beliebter wird. Mit einer Regenwasserzisterne lässt sich ein erheblicher Teil des täglichen Wasserbedarfs decken, ohne wertvolles Trinkwasser zu verbrauchen. Dadurch können Haushalte ihre Wasserkosten senken und gleichzeitig einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen leisten.
Warum lohnt sich die Nutzung von Regenwasser?
Im Alltag wird nur ein vergleichsweise kleiner Teil des verbrauchten Wassers tatsächlich zum Trinken oder Kochen benötigt. Der Großteil entfällt auf Tätigkeiten wie Gartenbewässerung, Toilettenspülung, Wäschewaschen oder Reinigungsarbeiten. Für diese Anwendungen ist Trinkwasser häufig nicht erforderlich.
Eine Regenwasseranlage ermöglicht es, Niederschlagswasser von Dachflächen aufzufangen und in einer Zisterne zu speichern. Das gesammelte Wasser kann anschließend für verschiedene Zwecke im Haushalt und Garten genutzt werden. Dadurch wird der Verbrauch von aufbereitetem Trinkwasser reduziert, was sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel schont.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Regenwasser in vielen Regionen als weiches Wasser gilt. Es enthält in der Regel weniger Kalk als Leitungswasser und kann daher für bestimmte Anwendungen, beispielsweise:
- beim Wäschewaschen
- oder bei der Gartenbewässerung, besonders geeignet sein.

Welche Arten von Regenwasserzisternen gibt es?
Grundsätzlich wird zwischen oberirdischen und unterirdischen Regenwasserbehältern unterschieden.
Oberirdische Regenwasserbehälter
Oberirdische Regenwassertanks sind eine einfache und kostengünstige Lösung zur Sammlung von Regenwasser. Sie werden häufig direkt an Fallrohren von Dachrinnen installiert und eignen sich besonders für die Nutzung im Garten.
Moderne Behälter sind in zahlreichen Größen, Farben und Designs erhältlich. Neben klassischen Regentonnen gibt es dekorative Modelle in:
- Steinoptik,
- Holzoptik
- oder anderen ansprechenden Ausführungen, die sich harmonisch in die Gartengestaltung einfügen.
Wichtig ist ein stabiler, ebener Untergrund sowie ein geeigneter Anschluss an die Dachentwässerung. Zudem sollte der Behälter möglichst vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden, um eine übermäßige Erwärmung des Wassers zu vermeiden.

Unterirdische Regenwasserzisternen
Unterirdische Zisternen werden im Erdreich installiert und bieten deutlich größere Speicherkapazitäten. Da sie unsichtbar unter der Oberfläche liegen, bleibt die nutzbare Gartenfläche vollständig erhalten.
Diese Lösung eignet sich besonders für Neubauten sowie für Grundstücke, auf denen größere Mengen Regenwasser gespeichert werden sollen. Unterirdische Systeme können mit Pumpen und Filtern ausgestattet werden, sodass das gespeicherte Wasser komfortabel im Haus oder Garten genutzt werden kann.
Kunststoff- oder Betonzisterne?
Für unterirdische Anlagen kommen hauptsächlich Kunststoff- und Betonzisternen zum Einsatz.
Kunststoffzisternen
Moderne Kunststoffzisternen bestehen meist aus hochwertigem Polyethylen. Sie zeichnen sich durch ihr geringes Gewicht aus, wodurch Transport und Einbau vergleichsweise unkompliziert sind.
Zu den Vorteilen gehören:
- die glatten Innenflächen,
- die Ablagerungen erschweren,
- sowie eine hohe Korrosionsbeständigkeit.
Zudem sind Kunststoffzisternen häufig kostengünstiger als vergleichbare Betonsysteme.

Betonzisternen
Betonzisternen überzeugen durch ihre Robustheit und Stabilität. Sie eignen sich insbesondere für Standorte mit hohen Belastungen oder schwierigen Bodenverhältnissen.
Durch ihr hohes Eigengewicht sind sie besonders standfest. Allerdings sind Transport und Einbau aufwendiger und mit höheren Kosten verbunden als bei Kunststoffbehältern.
Welche Variante die richtige ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten, dem Budget und dem geplanten Einsatzzweck ab.
Die richtige Größe der Zisterne
Die optimale Größe einer Regenwasserzisterne richtet sich nach mehreren Faktoren. Entscheidend sind unter anderem:
- die Größe der Dachfläche,
- die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Region
- sowie der geplante Wasserverbrauch.
Für viele Einfamilienhäuser werden Speichervolumen zwischen 3.000 und 6.000 Litern gewählt. Größere Anlagen kommen häufig bei:
- Mehrfamilienhäusern,
- Gewerbeobjekten
- oder umfangreichen Gartenanlagen zum Einsatz.
Eine fachgerechte Planung stellt sicher, dass die Anlage wirtschaftlich arbeitet und ausreichend Wasserreserven zur Verfügung stehen.

Einbau einer Regenwasserzisterne
Der Einbau einer unterirdischen Zisterne sollte von einem qualifizierten Fachbetrieb geplant und durchgeführt werden. Dabei müssen:
- die örtlichen Bodenverhältnisse,
- die Entwässerung
- sowie die technischen Anforderungen berücksichtigt werden.
Nach dem Aushub der Baugrube wird ein tragfähiges Fundament vorbereitet. Anschließend wird die Zisterne eingesetzt, angeschlossen und schrittweise mit geeignetem Material verfüllt. Moderne Systeme verfügen zusätzlich über Filtereinrichtungen, Überläufe und Wartungsöffnungen.
Eine fachgerechte Installation gewährleistet einen sicheren und langfristigen Betrieb der Anlage.
Wofür kann Regenwasser genutzt werden?
Gesammeltes Regenwasser kann in vielen Bereichen des Haushalts eingesetzt werden. Besonders häufig wird es für die Gartenbewässerung, die Toilettenspülung, Reinigungsarbeiten rund ums Haus oder zum Waschen von Fahrzeugen genutzt.
In entsprechend ausgestatteten Anlagen kann Regenwasser auch für die Waschmaschine verwendet werden. Hierdurch lässt sich der Trinkwasserverbrauch zusätzlich reduzieren.
Wichtig ist jedoch, dass Regenwasser nicht ohne geeignete Aufbereitung als Trinkwasser verwendet werden darf. Für alle Anwendungen im Haus müssen die geltenden technischen und hygienischen Vorschriften eingehalten werden.
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Wie viel Trinkwasser kann durch eine Regenwasseranlage eingespart werden?
Je nach Haushaltsgröße, Nutzung und Anlagenausstattung lässt sich der Trinkwasserverbrauch deutlich reduzieren, insbesondere durch die Nutzung für Garten und WC-Spülung.
Ist eine Kunststoff- oder Betonzisterne besser?
Beide Systeme haben Vorteile. Kunststoffzisternen sind leichter und meist günstiger, während Betonzisternen besonders robust und langlebig sind. Die Wahl hängt von den örtlichen Gegebenheiten und dem Budget ab.
Wie groß sollte eine Regenwasserzisterne sein?
Für viele Einfamilienhäuser wird ein Speichervolumen zwischen 3.000 und 6.000 Litern empfohlen. Die optimale Größe richtet sich nach Dachfläche, Niederschlagsmenge und Wasserbedarf.

