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Wandfarben: Arten von Wandfarben

Veröffentlicht: 01.06.2026

Wer Wände streichen möchte, kann zwischen verschiedenen Wandfarben wählen, die sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Eigenschaften und Einsatzbereiche unterscheiden. Gemeinsam ist allen Wandfarben, dass sie aus einem Lösungsmittel oder Wasser, Farbpigmenten, Bindemitteln sowie verschiedenen Zusatzstoffen bestehen. Im Folgenden erfahren Sie, worin sich die in Wohngebäuden am häufigsten verwendeten Kalkfarben, Dispersionsfarben, Leimfarben und Silikatfarben unterscheiden.

 

Wandfarben

 

1. Arten von Wandfarben

Wandfarben werden nach ihrer Zusammensetzung und ihrem Verwendungszweck eingeteilt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Farben auf:

  • synthetischer Basis, beispielsweise Öl oder Kunstharzfarben,
  • und wasserbasierten Wandfarben.

Darüber hinaus wird zwischen Grundierungen und deckenden Schlussanstrichen unterschieden.

Für die Auswahl der richtigen Wandfarbe ist der Untergrund entscheidend. Je nach Material kommen unterschiedliche Farbsysteme zum Einsatz. Für mineralische Untergründe wie Kalkzementputz, Putzflächen oder Decken stehen verschiedene Wandfarben zur Verfügung, die jeweils spezifische Vorteile bieten.

2. Leimfarben für Innenräume

Leimfarben werden traditionell vor allem auf Innenputzen eingesetzt. Ihr Bindemittel besteht aus pflanzlichen oder tierischen Leimen, die nicht feuchtigkeitsbeständig sind. Aus diesem Grund sollten Leimfarben ausschließlich in trockenen Innenräumen verwendet werden und nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommen.

Ein Vorteil von Leimfarben besteht darin, dass sie in der Regel frei von vielen synthetischen Zusätzen sind und dadurch zu einem angenehmen Raumklima beitragen können. Soll eine neue Farbschicht auf eine bestehende Leimfarbe aufgetragen werden, müssen alte Anstriche meist vollständig entfernt werden, da ihre Haftung im Laufe der Zeit nachlassen kann.

Dispersionsfarben für Wände

3. Dispersionsfarben für Wände

Dispersionsfarben gehören zu den am häufigsten verwendeten Wandfarben in Deutschland. Sie eignen sich sowohl für Innenräume als auch für zahlreiche Außenanwendungen. Umgangssprachlich werden sie oft als abwaschbare Wandfarben bezeichnet.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass sich verschmutzte Oberflächen bei geeigneter Qualitätsstufe häufig mit einem feuchten Tuch reinigen lassen. Deshalb werden Dispersionsfarben besonders gerne in:

  • Küchen,
  • Fluren,
  • Kinderzimmern
  • und anderen stark genutzten Wohnbereichen eingesetzt.

Dispersionsfarben sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Moderne Produkte basieren meist auf wasserverdünnbaren Bindemitteln und trocknen vergleichsweise schnell. Hochwertige Dispersionsfarben zeichnen sich durch:

  • eine gute Deckkraft,
  • hohe Strapazierfähigkeit
  • und eine lange Lebensdauer aus.

Zudem gibt es diffusionsoffene Varianten, die den Feuchtigkeitsaustausch der Wand unterstützen können.

Bei der Auswahl sollte auf die Nassabriebklasse und Deckkraftklasse geachtet werden. Diese Angaben helfen dabei, die Qualität und den späteren Pflegeaufwand einer Wandfarbe besser einzuschätzen.

Silikatfarben für Wände

4. Silikatfarben für Wände

Bei Silikatfarben dient Kaliwasserglas als Bindemittel. Diese Farben werden besonders für mineralische Untergründe eingesetzt und zeichnen sich durch ihre hohe Haltbarkeit sowie ihre ausgezeichnete Wasserdampfdurchlässigkeit aus.

Silikatfarben verbinden sich chemisch mit dem Untergrund und bilden dadurch eine äußerst widerstandsfähige Oberfläche. Sie eignen sich sowohl für Fassaden als auch für bestimmte Innenbereiche und werden häufig bei:

  • Sanierungen,
  • denkmalgeschützten Gebäuden
  • oder hochwertigen mineralischen Wandaufbauten verwendet.

Da Silikatfarben alkalisch wirken können, ist bei der Verarbeitung besondere Vorsicht geboten. Schutzhandschuhe, Schutzbrille und geeignete Arbeitskleidung sollten daher stets verwendet werden.

Kalkfarben für Wände

5. Kalkfarben für Wände

Kalkfarben zählen zu den ältesten Wandfarben überhaupt und werden auch heute noch geschätzt. Das Bindemittel dieser Farben ist Kalk, der für seine natürlichen Eigenschaften bekannt ist.

Kalkfarben gelten als besonders diffusionsoffen und können zu einem ausgeglichenen Raumklima beitragen. Darüber hinaus besitzen sie natürliche Eigenschaften, die das Wachstum von Schimmel auf geeigneten Untergründen erschweren können. Aus diesem Grund werden sie häufig in:

  • Altbauten,
  • ökologischen Bauprojekten
  • und bei der Sanierung historischer Gebäude eingesetzt.

Die Verarbeitung von Kalkfarben erfordert etwas mehr Erfahrung als die Anwendung moderner Dispersionsfarben. Zudem sind Kalkanstriche weniger widerstandsfähig gegenüber mechanischer Beanspruchung und Feuchtigkeit. Bei intensivem Reiben oder häufiger Reinigung können sich Farbpartikel lösen.

 

Wandgestaltung

 

5.1 Vorbereitung für Kalkfarben

Der ideale Untergrund für Kalkfarben sind mineralische Flächen wie Kalkzementputz oder andere kalkhaltige Putzsysteme. Auf dichten oder wenig saugfähigen Untergründen kann die Haftung eingeschränkt sein. Vor dem Anstrich sollte der Untergrund:

  • sauber,
  • trocken
  • und tragfähig sein.

Häufig wird zunächst ein Voranstrich beziehungsweise eine geeignete Grundierung aufgetragen, um die Saugfähigkeit des Untergrundes auszugleichen und die Haftung zu verbessern.

Bereits vorhandene Anstriche sollten auf ihre Verträglichkeit mit Kalkfarben geprüft werden. Kalkfarben können mit:

  • Farbrollen,
  • Pinseln
  • oder geeigneten Spritzgeräten verarbeitet werden.

Für ein gleichmäßiges Ergebnis werden meist mehrere dünne Anstriche empfohlen. Dadurch entsteht eine langlebige und optisch ansprechende Oberfläche mit einem natürlichen Charakter.

Durchsuchen Sie unsere Anbieterliste und senden Sie eine Anfrage an den passenden Anbieter.

 

Welche Wandfarbe wird in Deutschland am häufigsten verwendet?

Dispersionsfarben sind die am häufigsten verwendeten Wandfarben, da sie langlebig, vielseitig und leicht zu verarbeiten sind.

Wann sollte man Silikatfarben verwenden?

Silikatfarben sind ideal für mineralische Untergründe, Fassaden, Altbausanierungen und denkmalgeschützte Gebäude.

Worauf sollte man beim Kauf von Wandfarbe achten?

Wichtige Kriterien sind Deckkraft, Nassabriebklasse, Diffusionsfähigkeit, Umweltverträglichkeit und der passende Untergrund.

 

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