Schalldämmung von Wänden und Schallschutz

Im 21. Jahrhundert können wir dem Lärm leider nicht einmal in unserem eigenen Zuhause entkommen – einem Ort, der eigentlich Sicherheit, Ruhe und Erholung bieten sollte. Eine schlechte Schalldämmung bedeutet mehr Lärm in der Wohnung, was unser psychisches und körperliches Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt. Besonders störend ist Lärm nachts, wenn er den Schlaf verhindert. Ebenso belastend ist er, wenn wir von zu Hause aus arbeiten und Ruhe benötigen, um uns konzentrieren zu können.
Dennoch gibt es zahlreiche Lösungen, um die Schalldämmung von Wänden zu verbessern. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass absolute Ruhe in einer städtischen Umgebung kaum erreichbar ist. Eine hochwertige Schalldämmung sorgt für ein möglichst ruhiges Umfeld, in dem wir ungestört schlafen und arbeiten können.
Schalldämmung verhindert die Schallübertragung
Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Schallübertragung zwischen:
- Wänden,
- Geschossdecken
- und anderen Bauteilen.
Die erste Art ist die Übertragung von Schall durch die Luft.
Bei dieser Art der Schallausbreitung treffen Schallwellen auf die Wände unserer Wohnung und breiten sich über diese in benachbarte Räume aus. Solche Geräusche entstehen durch Gespräche, elektronische Geräte, Haushaltsgeräte oder Maschinen wie Waschmaschinen und Heizungsanlagen. Auch Umgebungslärm von außen wird auf diese Weise übertragen.
Die Luftschalldämmung wird mit dem Kennwert R angegeben und in Dezibel (dB) gemessen.

Schalldämmung von Wänden reduziert auch Trittschall
Die zweite Art der Schallübertragung ist der Trittschall bzw. Körperschall. Dieser breitet sich nicht durch die Luft aus, sondern durch die Gebäudekonstruktion selbst. Die Schallquelle muss dabei direkt mit der Konstruktion verbunden sein. Trittschall wird häufig als besonders störend empfunden und ist oft schwieriger zu reduzieren als Luftschall. Er entsteht beispielsweise durch:
- Gehen und Laufen,
- herabfallende Gegenstände,
- das Verschieben von Möbeln,
- Installationen in Wänden, deren Vibrationen Geräusche verursachen.
Besonders deutlich wird Trittschall, wenn ein Nachbar Renovierungsarbeiten durchführt. Selbst wenn er zwei Stockwerke tiefer bohrt, klingt es oft so, als würde direkt durch die eigene Wand gebohrt. Der Trittschallpegel wird mit dem Kennwert L bezeichnet und ebenfalls in Dezibel (dB) gemessen. Eine gute Schalldämmung ist entscheidend für unser psychisches und körperliches Wohlbefinden.
Wie kann man Lärm reduzieren?
Eine gute Schalldämmung reduziert die Übertragung von Luftschall erheblich. Wichtig ist jedoch, sie an den richtigen Stellen einzusetzen. Wenn Außenlärm stört, sollte eine zusätzliche Dämmschicht an der Außenseite der Fassade angebracht werden. Die Wärmedämmung wirkt gleichzeitig als Schalldämmung.
Auch hochwertige Fenster können den Umgebungslärm deutlich reduzieren. Auf dem Markt gibt es Fenster mit besonders hoher Schallschutzwirkung, die beispielsweise in Hotels an Autobahnen eingesetzt werden. Beim Kauf von Fenstern sollte daher auf die Schallschutzwerte geachtet und eine Beratung durch den Anbieter eingeholt werden. Problematisch sind außerdem Schallbrücken an:
- Rollladenkästen,
- Installationsdurchführungen,
- unsachgemäß eingebauten Fenstern,
- Estrichanschlüssen.

Schlechte Schalldämmung im Innenbereich
Wenn Geräusche innerhalb der Wohnung reduziert werden sollen, helfen schallabsorbierende Materialien wie:
- Textilien,
- Teppiche,
- Vorhänge,
- Kissen,
- Pflanzen.
Auf dem Markt gibt es sogar spezielle schallabsorbierende Möbel. Wichtig ist außerdem, sämtliche Fugen rund um Türen sorgfältig abzudichten. Hierfür können spezielle Schäume und Dichtstoffe verwendet werden. Hilft dies nicht, liegt das Problem meist in der Wandkonstruktion selbst. In diesem Fall muss die Schalldämmung der Wand nachträglich verbessert werden, was häufig größere bauliche Maßnahmen erfordert.
Besonders problematisch sind Trennwände, die nicht fest mit Boden und Decke verbunden sind. Solche Wände wirken wie eine Membran und übertragen Schall von einem Raum in den anderen. In solchen Fällen bleibt oft nur der Rückbau und die Neuerrichtung der Wand.
Mindestanforderungen an die Schalldämmung
Die Mindestanforderung an die Schalldämmung von Trennwänden in Wohnungen beträgt 52 dB, zwischen Reihenhäusern 55 dB. Dieselben Werte gelten auch für Geschossdecken. Zusätzlich gibt es für Trittschall einen maximal zulässigen Wert von 58 dB. Eine gute Schalldämmung der Wand reduziert auch die Übertragung von Trittschall.
Schall breitet sich deutlich schwerer durch massive Materialien aus. Daher absorbieren massive Beton- oder Steinwände Lärm wesentlich besser als Trockenbau- oder Porenbetonwände. Die Schalldämmung einer Wand sollte bereits vor Baubeginn geplant werden, da sie später nur schwer verbessert werden kann.
Worauf sollte man achten?
Die Wand muss fest mit Boden und Decke verbunden sein, damit sie nicht wie eine Membran schwingen kann. Ist eine bestehende Wand nicht ausreichend befestigt, muss sie in der Regel ersetzt werden.
Wanddurchführungen und Installationsöffnungen müssen sorgfältig mit elastischen Dichtstoffen oder speziellen Schallschutzdichtungen verschlossen werden. Solche Durchdringungen sollten bereits bei der Planung möglichst vermieden werden.
Um die Schallübertragung um etwa das Vierfache zu reduzieren, kann vor die bestehende Wand eine zusätzliche Vorsatzschale gesetzt werden. Die optimale Dicke beträgt etwa 5 cm. Geeignete Materialien sind:
- Gipskartonplatten,
- Spanplatten,
- Faserzementplatten,
- Holzfaserplatten.
Zwischen alter und neuer Wand sollte ein Abstand von mindestens 5 cm eingehalten werden. Die Unterkonstruktion muss auf elastischen Materialien wie beispielsweise Neopren gelagert werden.
Schalldämmung von Decken und Böden
Während bei Wänden hauptsächlich Luftschall relevant ist, spielt bei Böden vor allem Trittschall eine Rolle. Verursacht wird dieser durch:
- normales Gehen,
- Laufen,
- Waschmaschinen,
- knarrende Parkettböden.
Eine reine Beton- oder Ziegeldecke reicht meist nicht aus. Deshalb wird ein sogenannter schwimmender Estrich ausgeführt. Dabei wird ein mikroarmierter Estrich auf einer Dämmschicht aus EPS oder XPS mit einer Stärke von etwa 3 bis 5 cm eingebaut.
Damit das System funktioniert, muss der Estrich unbedingt von den Wänden getrennt werden. Hierfür werden Randdämmstreifen verwendet. Außerdem müssen sämtliche Rohrdurchführungen und Installationen mit elastischen Dichtbändern vom Estrich entkoppelt werden.

Effektive Schalldämmungssyteme und -materialien für Ihr Zuhause
Für eine wirksame Schalldämmung werden hochwertige Materialien und durchdachte Systeme benötigt, die fachgerecht eingebaut werden müssen. Eine professionelle Ausführung ist entscheidend für das Endergebnis.
Für eine optimale schalltechnische Verbesserung eines Raumes sollten außerdem:
- Fenster,
- Türen,
- Lüftungsöffnungen
- und Elektroinstallationen berücksichtigt werden.
Wenn Sie eine Schalldämmung für Räume, Wände, Decken oder Böden benötigen, helfen wir Ihnen gerne dabei, einen geeigneten Fachbetrieb zu finden. Sie können unsere Liste von Anbietern durchstöbern und den richtigen für sich finden. Ihre Anfrage können Sie kostenlos über das Portal Top-Angebot stellen.
Welche Geräusche lassen sich durch eine Schalldämmung am besten reduzieren?
Eine fachgerecht ausgeführte Schalldämmung kann sowohl Außenlärm als auch Geräusche innerhalb eines Gebäudes deutlich reduzieren. Dazu gehören beispielsweise Straßenverkehr, Gespräche aus Nachbarwohnungen, Fernsehgeräusche, Musik oder technische Anlagen. Wie stark die Lärmbelastung reduziert werden kann, hängt jedoch von der Bauweise des Gebäudes, den verwendeten Materialien und der Ursache der Schallübertragung ab.
Was ist der Unterschied zwischen Luftschall und Trittschall?
Luftschall breitet sich über die Luft aus und entsteht beispielsweise durch Stimmen, Musik oder Verkehrslärm. Trittschall hingegen wird direkt über die Gebäudekonstruktion übertragen. Typische Beispiele sind Schritte auf dem Boden, das Verrücken von Möbeln oder Vibrationen von Geräten. Beide Schallarten erfordern unterschiedliche Maßnahmen zur wirksamen Reduzierung.
Kann man die Schalldämmung einer bestehenden Wand nachträglich verbessern?
Ja, in vielen Fällen ist eine nachträgliche Verbesserung möglich. Häufig werden zusätzliche Vorsatzschalen mit schallabsorbierenden Materialien installiert. Dabei entsteht eine zweite Wandkonstruktion vor der bestehenden Wand, wodurch die Schallübertragung deutlich reduziert werden kann. Welche Lösung geeignet ist, hängt von der vorhandenen Wandkonstruktion und dem gewünschten Schallschutzniveau ab.

