Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer?

Warmwasser wird bei vielen alltäglichen Tätigkeiten benötigt. Es kann entweder zentral oder lokal erhitzt werden. Es ist sinnvoll, die Funktionsweise eines Warmwasserbereiters oder Boilers zu kennen, da man dadurch Unregelmäßigkeiten schneller erkennt. Im Folgenden werden die Funktionsweise, verschiedene Systeme von Boilern und Durchlauferhitzern sowie die wichtigsten Unterschiede erklärt.
1. Was erhitzt ein Durchlauferhitzer oder ein Boiler?
Warmwasserbereiter können auf unterschiedliche Weise betrieben werden. Sowohl Boiler als auch Durchlauferhitzer können mit:
- Gas,
- Fernwärme,
- Heizöl,
- Biomasse,
- Solarenergie
- oder einer Wärmepumpe betrieben werden.
Meist wird das Warmwasser auf die gleiche Weise erhitzt wie das Heizsystem des Hauses. Es ist jedoch auch möglich, unterschiedliche Systeme zu kombinieren, etwa die Heizung mit Gas und das Warmwasser über Solarenergie. Solarkollektoren reichen oft nicht aus, um ein ganzes Haus zu versorgen, sind jedoch gut geeignet für die Warmwasserbereitung.
Der Warmwasserbereiter wird an eine dieser Wärmequellen angeschlossen, die das Wasser erhitzt.

2. Zentrale oder dezentrale Warmwasserbereitung?
Warmwasser muss kontinuierlich bereitgestellt werden. Es kann lokal erhitzt werden, was jedoch weniger praktisch ist, da Warmwasser meist an mehreren Stellen gleichzeitig benötigt wird. Eine zentrale Warmwasserbereitung ermöglicht die gleichzeitige Versorgung mehrerer Entnahmestellen im Haushalt. Lokale Systeme eignen sich eher für:
- kleine Ferienhäuser
- oder Gebäude ohne zentrale Infrastruktur.
In Wohnhäusern wird meist die zentrale Lösung verwendet, bei der ein Warmwasserspeicher mit dem Leitungssystem verbunden ist.
3. Boiler
3.1 Was ist ein Boiler?
Ein Boiler ist ein größerer Warmwasserspeicher, der zur Versorgung eines Haushalts dient. Er speichert erhitztes Wasser und stellt es bei Bedarf zur Verfügung. Wenn der Speicher leer wird, füllt er sich automatisch mit kaltem Wasser, das anschließend wieder erhitzt wird. Die Erwärmung erfolgt über einen Wärmetauscher, der im oder außerhalb des Boilers angebracht sein kann. Je nach System können auch mehrere Wärmetauscher eingesetzt werden.
Das gespeicherte Warmwasser wird im Haushalt für:
- Dusche,
- Badewanne,
- Waschbecken
- sowie für Wasch-
- und Spülmaschine genutzt.
Wenn der Bedarf höher ist als die Heizleistung, kann es vorkommen, dass das Warmwasser vorübergehend ausgeht und nachgeheizt werden muss.

3.2 Kapazität eines Boilers
Boiler gibt es in verschiedenen Größen. Die richtige Kapazität hängt von:
- der Anzahl der Nutzer,
- dem Verbrauch
- und den Wärmeverlusten ab.
Eine Person verbraucht durchschnittlich etwa 70 bis 80 Liter Warmwasser pro Tag. Diese Werte dienen als Grundlage zur Berechnung der passenden Speichergröße.
Für eine Familie mit vier oder mehr Personen reicht ein kleiner 80-Liter-Boiler oft nicht aus, besonders wenn mehrere Personen kurz nacheinander duschen. Auch die Nutzung einer Badewanne oder das Spülen von Hand erhöht den Verbrauch deutlich. In solchen Fällen ist ein größerer Boiler sinnvoll.
Ein Boiler erwärmt das Wasser im Voraus und speichert es. Die Aufheizzeit kann jedoch etwa eine Stunde betragen. Ist das Warmwasser aufgebraucht, muss gewartet werden, bis neues Wasser erhitzt wurde.

4. Hochdruck- oder Niederdruckboiler?
Es gibt Hochdruck- und Niederdruckboiler. Für den privaten Haushalt werden meist Niederdrucksysteme verwendet. Hochdruckboiler kommen eher in größeren Gebäuden oder gewerblichen Einrichtungen vor und erfordern regelmäßige Wartung, da sie höhere Sicherheitsanforderungen haben.
5. Isolierung des Boilers
Ein Warmwasserspeicher muss gut isoliert sein, meist mit 5 bis 8 cm Polyurethanschaum. Da der Behälter aus Metall besteht, würde er ohne Isolierung schnell Wärme verlieren. Zusätzlich wird er korrosionsgeschützt, beispielsweise durch Epoxidbeschichtungen. Oft werden auch Schutzanoden aus Magnesium eingesetzt, um Rostbildung zu verhindern.
6. Durchlauferhitzer ohne Speicher
6.1 Platzsparend und praktisch
Eine alternative Methode ist der Durchlauferhitzer. Dieser erwärmt Wasser nur bei Bedarf, während es durch das Gerät fließt. Da kein Speicher benötigt wird, spart er viel Platz. Ein großer Vorteil ist die unbegrenzte Warmwassermenge, da kein Vorrat erschöpft werden kann.
6.2 Energieeffizient, aber leistungsabhängig
Durchlauferhitzer gelten oft als energieeffizienter, da sie nur dann Energie verbrauchen, wenn tatsächlich Warmwasser benötigt wird. Allerdings können Geräte mit geringer Leistung nicht immer gleichzeitig große Mengen Warmwasser liefern.
Dieses Problem kann durch mehrere Geräte an verschiedenen Entnahmestellen gelöst werden, etwa direkt bei Dusche oder Waschbecken. Dadurch wird jede Stelle individuell und kontinuierlich mit Warmwasser versorgt.
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Was ist der Hauptunterschied zwischen Boiler und Durchlauferhitzer?
Ein Boiler speichert warmes Wasser in einem Tank und hält es für den späteren Gebrauch bereit. Ein Durchlauferhitzer dagegen erwärmt Wasser nur dann, wenn es tatsächlich benötigt wird. Dadurch arbeitet er ohne Speicher, was Platz spart, aber eine konstante Leistung erfordert.
Für wen eignet sich ein Boiler besser?
Ein Boiler eignet sich besonders für Haushalte mit hohem und gleichzeitigem Warmwasserbedarf, etwa Familien mit mehreren Personen. Er kann mehrere Zapfstellen gleichzeitig versorgen, benötigt jedoch ausreichend Speichervolumen, um Engpässe zu vermeiden.
Wann ist ein Durchlauferhitzer sinnvoller?
Ein Durchlauferhitzer ist ideal für kleinere Haushalte oder einzelne Entnahmestellen wie eine Dusche oder ein Waschbecken. Besonders in Wohnungen oder Ferienhäusern ohne großen Warmwasserbedarf ist er platzsparend und praktisch.

