Dachrinnen: Niederschlagsmenge und Dimensionierung von Dachrinnen

Beim Bau eines neuen Gebäudes muss eine fachgerechte Dachentwässerung geplant werden. Dazu gehören ausreichend dimensionierte Dachrinnen und Fallrohre, die das Regenwasser zuverlässig ableiten. Die richtige Dimensionierung der Dachrinnen ist entscheidend, um auch bei Starkregen einen sicheren Wasserabfluss zu gewährleisten.
Dachrinnen und Fallrohre
Die Größe von Dachrinnen und Fallrohren hängt von mehreren Faktoren ab:
- Größe der Dachfläche,
- Dachneigung,
- örtliche Niederschlagsmengen,
- Anzahl der Fallrohre,
- Entwässerungskonzept des Gebäudes.
Je größer die Dachfläche und je höher die zu erwartenden Niederschlagsmengen sind, desto größer müssen Dachrinnen und Fallrohre dimensioniert werden. Als grobe Orientierung gilt: Für größere Dachflächen sind entsprechend größere Rinnenquerschnitte erforderlich, damit Regenwasser auch bei Starkregen sicher abgeführt werden kann.
Eine genaue Dimensionierung sollte jedoch immer nach den geltenden Normen und technischen Regelwerken erfolgen.

Fachgerechte Berechnung von Dachrinnen
Für die exakte Berechnung einer Dachentwässerung werden zunächst die projizierte Dachfläche und die regionalen Niederschlagswerte ermittelt.
In Deutschland erfolgt die Dimensionierung nach den Vorgaben der DIN EN 12056-3 sowie der DIN 1986-100. Dabei werden unter anderem die örtlichen Regenspenden berücksichtigt, die je nach Region erheblich variieren können.
Für die Berechnung werden folgende Faktoren herangezogen:
- wirksame Dachfläche,
- Regenspende des Standorts,
- Anzahl und Anordnung der Fallrohre,
- Dachform und Dachneigung.
Die genaue Auslegung erfolgt üblicherweise durch den Architekten, Fachplaner oder Dachdecker im Rahmen der Planungsunterlagen.

Formen und Größen von Dachrinnen
Das Regenwasser wird von der Dachfläche in die Dachrinne geleitet und anschließend über Fallrohre abgeführt. Grundsätzlich werden zwei Dachrinnenformen unterschieden:
- halbrunde Dachrinnen,
- Kastenrinnen (rechteckige Dachrinnen).
Halbrunde Dachrinnen sind die am häufigsten verwendete Dachrinnenform in Deutschland. Sie werden in unterschiedlichen Nennweiten angeboten und eignen sich sowohl für Wohnhäuser als auch für größere Gebäude. Typische Größen sind:
- NW 250,
- NW 280,
- NW 333,
- NW 400.
Die Wahl der passenden Größe richtet sich nach der zu entwässernden Dachfläche.
Kastenrinnen besitzen einen rechteckigen Querschnitt und werden häufig bei moderner Architektur oder größeren Gebäuden eingesetzt. Sie bieten ähnliche Entwässerungsleistungen wie halbrunde Dachrinnen, unterscheiden sich jedoch durch ihre Form und optische Wirkung. Das Gefälle wird grundsätzlich in Richtung des Fallrohres ausgeführt, damit das Wasser zuverlässig ablaufen kann.
Standardgrößen von Dachrinnen
Im deutschen Dachdeckerhandwerk werden häufig folgende Nennweiten verwendet:
| Nennweite der Dachrinne | Empfohlener Fallrohrdurchmesser |
| NW 250 | DN 80 |
| NW 280 | DN 80–100 |
| NW 333 | DN 100 |
| NW 400 | DN 120 |
| NW 500 | DN 120–150 |
Die tatsächliche Auswahl hängt von der Dachfläche und den regionalen Niederschlagsmengen ab.

Dachrinnengröße und Dachfläche
Eine fachgerechte Montage ist ebenso wichtig wie die richtige Dimensionierung. Die Größe von Dachrinne und Fallrohr muss immer auf die Dachfläche abgestimmt sein. Als grobe Orientierung gelten:
- Dachflächen bis etwa 50 m²: Dachrinne NW 250 mit Fallrohr DN 80
- Dachflächen bis etwa 100 m²: Dachrinne NW 280 bis NW 333 mit Fallrohr DN 100
- Dachflächen über 100 m²: Dachrinne NW 333 oder größer mit Fallrohr DN 100 bis DN 120
Damit Regenwasser nicht über die Dachrinne hinausläuft und die Fassade verschmutzt oder beschädigt, muss die Rinne korrekt montiert werden. Wichtige Punkte sind:
- ausreichendes Gefälle zum Fallrohr,
- fachgerechte Befestigung,
- regelmäßige Reinigung,
- ausreichend dimensionierte Fallrohre.
Als Richtwert gilt ein Gefälle von etwa 2 bis 5 mm pro Meter Dachrinne in Richtung des Fallrohres.

Reinigung und Wartung von Dachrinnen
Selbst die beste Dachrinne kann ihre Funktion nur erfüllen, wenn sie regelmäßig gereinigt wird. Laub, Äste und Schmutz reduzieren den Querschnitt erheblich und können zu Überläufen führen.
Eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung verlängert die Lebensdauer der gesamten Dachentwässerung und schützt Fassade sowie Gebäude zuverlässig vor Feuchtigkeitsschäden. Finden Sie auf unserem Portal Top-Angebot noch heute den richtigen Anbieter für Ihr Projekt und stellen Sie hier Ihre Anfrage!
Welche Dachrinne ist für mein Haus die richtige?
Die Wahl der richtigen Dachrinne hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Größe der Dachfläche, die Dachform, die örtlichen Niederschlagsmengen und die Anzahl der vorhandenen Fallrohre. Für kleinere Einfamilienhäuser werden häufig Dachrinnen der Nennweite NW 250 oder NW 280 verwendet, während größere Gebäude meist größere Rinnenquerschnitte benötigen. Eine fachgerechte Berechnung stellt sicher, dass auch bei Starkregen ausreichend Wasser abgeführt werden kann und keine Schäden an Fassade oder Fundament entstehen.
Wie groß muss ein Fallrohr sein?
Der Durchmesser eines Fallrohres richtet sich nach der Größe der Dachrinne und der zu entwässernden Dachfläche. Bei kleineren Wohnhäusern werden häufig Fallrohre mit DN 80 eingesetzt, während größere Dächer oft DN 100 oder DN 120 benötigen. Eine zu geringe Dimensionierung kann dazu führen, dass Regenwasser nicht schnell genug abgeleitet wird und über die Dachrinne läuft. Deshalb sollte die Auswahl immer auf Grundlage einer fachlichen Berechnung erfolgen.
Wie oft sollten Dachrinnen gereinigt werden?
Dachrinnen sollten mindestens ein- bis zweimal pro Jahr kontrolliert und gereinigt werden. Besonders wichtig ist die Reinigung im Herbst nach dem Laubfall sowie im Frühjahr. Befinden sich große Bäume in unmittelbarer Nähe des Gebäudes, können häufigere Reinigungen sinnvoll sein. Regelmäßige Wartung verhindert Verstopfungen, Überläufe und Feuchtigkeitsschäden an Fassade, Dach und Fundament.

